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Tutorial:
Kapuze und doppelte Rüsche
für dein Waterfall Raglan

Jippieyeah! Ich habe endlich mal wieder ein Tutorial für euch! Das Waterfall Raglan ist ja DER Lieblingsschnitt aller Mädchenmamas schlechthin. Auf facebook und instagram werden praktisch täglich die wunderbarsten Beispiele gezeigt. Während die meisten sich dabei an den Schnitt halten, gibt es natürlich auch immer die eine oder andere, die eine ganz neue Idee hat und einfach mal was ausprobiert. In den letzten Monaten hab ich immer wieder gesehen, dass statt eines gleich zwei Volants angesetzt werden (z. B. bei missichen) und dass Kapuzen oder Schalkragen angenäht werden (z. B. bei Zauberella). Ich find es immer wieder total cool, wie man so den Still des Waterfalls total verändern kann. Ein Hoch auf das Nähen und die Freiheit!

Anleitung

Da nicht jede die Erfahrung und vielleicht auch den Mut mitbringt, selbst einen Schnitt entsprechend zu verändern, habe ich nun endlich ein kleines Tutorial für euch geschrieben. Ich erkläre euch dabei, wie ihr eine doppelte Rüsche ansetzt und eine Kapuze annäht. Auch wie ihr dabei den Halsausschnitt anpassen müsst, zeige ich euch natürlich. Zusätzlich bekommt unser Waterfall diesmal am Ärmelsaum Bündchen. Also, los geht’s.

Zuschnitt: Ärmel

Wir beginnen mit den Ärmeln. Unten am Papierschnittteil siehst du kleine Passmarken. Diese markieren die Ärmelunterkante beim fertigen Kleidungsstück. Klappe das Papierschnittteil an dieser Stelle einfach nicht hinten um.

Um wieviel kürzer du den Ärmel zuschneiden müsst, hängt natürlich von der Höhe des Bündchens ab. Ich habe mit einem Rest Bündchenware von Albstoffe gearbeitet und mich somit einfach daran orientiert. Generell würde ich dir eine Höhe von 8 – 12 cm (je nach Größe, finale Höhe des Bündchens nach dem Annähen ist dann 3 – 5 cm) empfehlen. Die Breite des Bündchens bestimme ich ganz einfach, indem ich den Stoff an der Saumkante des Ärmels anlege und ihn dann so dehne, dass er gleich breit wie der Ärmel wird. Wenn du schon öfter Bündchen angenäht hast, kannst du das so machen wie ich. Es ist dann reine Gefühlssache. Wichtig ist, dass du schon deutlich dehnst, aber nicht wie irre ziehen musst. Wenn du lieber messen möchtest, miss dir aus, wie breit die Ärmelsaumkante ist und multipliziere diesen Wert mit 0,7. Das ist die Bündchenbreite. Idealerweise bestimmst du übrigens ZUERST, wie lang dein Ärmel sein soll und schneidest das Bündchen in der Breite noch nicht zu. Ich war da wegen meiner Bündchenreste etwas eingeschränkt, aber wenn du genug Stoff hast, bestimme erst, wie breit die Ärmelunterkante wirklich ist (der Ärmel wird nach oben hin ja breiter).

Okay, dann schauen wir mal, wie du das Ärmelschnittteil anpassen musst. Das Bündchen fügt dem Ärmel ja Länge hinzu. Diese musst du am eigentlichen Ärmel kürzen:

Falte das Bündchen zur Hälfte und lege es dann einfach an der finalen Ärmelsaumkante (dort wo wir nach hinten gefaltet haben an). Du siehst nun wo die Schnittkanten des Bündchens liegen und misst von dort aus 2 cm ab (s. Bild). Zeichne eine parallele Linie zur Ärmelunterkante durch diesen markierten Punkt. Falte an dieser parallelen Linie erneut nach hinten. Du hast dein Ärmelschnittteil nun vorbereitet. Schneide dieses zweimal zu. Schneide dann auch deine zwei Ärmelbünchen in der passenden Breite zu.

Zuschnitt: Volants

Nun schneiden wir die zwei Volants zu. Nimm dafür das Rüschenschnittteil für deine gewählte Variante (Top oder Kleid) zur Hand. Du kannst natürlich beide Volants einfach in der Originalhöhe des Schnittteils zuschneiden. Besonders schön ist es aber auch, wenn die eine Rüsche etwas länger als die andere ist. Dafür schneiden wir zunächst je ein Rüschenteil für vorne und hinten 1 cm länger zu als das Originalteil.

Als zweiten Schritt schneiden wir zwei weitere Rüschen zu, die jeweils 1 cm niedriger sind als das Originalteil. Lass dich bitte von dem Foto nicht verwirren. Das Schnittteil ist gleich breit. Ich habe hier nur nach dem Zuschnitt, dass Papierschnittteil etwas nach links geschoben, damit man sieht, dass der Stoff darunter weniger hoch ist!

Zuschnitt: Kapuze

Nun kommen wir zum Zuschnitt der Kapuze. Du kannst dir hier entweder selbst eine Kapuze entwerfen, indem du z. B. eine Kapuze eines Kaufshirts als Vorlage nimmst oder du schneidest einfach die Kapuze eines anderen Schnittes zu. Ich hab mich für die Kapuze des Bimaa-Hoodies entschieden, da ich weiß, dass diese toll sitzt und für Jersey ideal ist.

Annähen der Volants

Beim Annähen der Volants hast du zwei Möglichkeiten. Ich hab mich für meine Variante an der Originalanleitung orientiert und nur statt eines zwei Volants angenäht. Wenn du das so machst, musst du eigentlich nur aufpassen, dass beim Zusammenstecken, die kürzere Rüsche zwischen dem Oberteil und der längeren Rüsche liegt. Außerdem musst die Teile der kürzeren Rüsche schon Säumen, bevor du die Seitennähte nähst. Wenn du so vorgehst, läuft die kürzere Rüsche in die Seitennaht hinein.

Alternativ kannst du auch zuerst je Vorder- und Rückteil vom Oberteil sowie von den kürzeren bzw. längeren Rüschen an den Seitennähten zusammennähen und dann die Rüschen wie Rockteile ans Oberteil nähen. Die obere, kurze Rüsche fällt dann rundum frei, was sehr schön aussieht.

Anpassen des Halsausschnitts für die Kapuze

Für die Kapuze (oder alternativ einen Kuschelkragen o. ä.) muss der Halsausschnitt etwas angepasst werden. Das geht aber ganz leicht. Bereite zunächst deine Kapuze vor und miss, wie lange ihr Halsausschnitt ist. Miss dann den gleichen Wert an deinem Pulli bzw. Kleid ab und schneide den Halsausschnitt entsprechend zu. Für solche gebogenen Linien eignet sich übrigens ein Maßband wesentlich besser als ein Lineal!

Annähen der Kapuze

Nähe dann die Kapuze an, indem du sie so rechts auf rechts in den Halsausschnitt schiebst, dass die Außenkapuze die Außenseite des Oberteils/Kleids berührt. Nähe einmal um den Halsausschnitt herum.

Mein Designbeispiel

Ich hoffe, dir hat mein kleines Tutorial gefallen und weitergeholfen. Ich mag das Ergebnis jedenfalls total. Den tollen Blätterstoff hab ich im Herbst bei einer finnischen Designerin, mutturalla, gemeinsam mit einigen weiteren Stoffschönheiten gewonnen. Ich find das Design wirklich mega und freu mich sehr, dass daraus endlich mal wieder ein Waterfall entstanden ist. Gerade mit der Kapuze ist das genau mein Ding! Dazu hab ich für L auch gleich noch eine Fuchs-Hose mit Hilfe des Wild and Free Lounge Pants Ebooks genäht. Genau so eine unterteilte mit zwei Farben und Gesicht wollte ich schon ewig nähen und hier hat sich das wirklich perfekt ergeben. Alles Reststoffe, die gut mit dem Blätterstoff des Waterfalls harmonieren. Und da ich seit letztem Black Friday auch glückliche Besitzerin einer Textilpresse bin, hält der Fuchsplot endlich auch so richtig Bombe. Hach, so ein süßer Look, oder?

Ich hoffe, ich konnte dich mit diesem Post zum Experimentieren anregen. Manchmal braucht es wirklich nicht viel, um einen Schnitt den eigenen Wünschen anzupassen. Ich bin ja, wie gesagt, ein großer Kapuzenfan und so ist dieses Waterfall Raglan auch mein liebstes bisher. Ich bin gespannt, wie du aus dem Schnitt dein Ding machst!

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