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Mein steiniger Weg zum neuen Windbreaker

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“. Mit diesem Text aus einem Lied von Xavier Naidoo könnte man meinen Nähabenteuer „Windbreaker aus Oilskin“ überschreiben. Mann, Mann, Mann – das hab ich mir dann doch um einiges leichter vorgestellt!!!

Als Ende des Sommers die ersten Bilder des neuen Schnittes von Leni Pepunkt bei Anlukaa, Mimi näht und vor allem Frau Dachs bloggt gezeigt wurden, war ich sofort Feuer und Flamme! Was ein cooles Teil! So eines wollte ich auch. Da ich gerade im Urlaub war, hab ich mich nicht gleich dahinter geklemmt, aber nachdem Lee von Mein anderes Ich dann noch einen Sew Along machen wollte, war es klar: So einen nähe ich auch!
Oilskin hat es mir ja angetan und war auch genau, was ich für die Jacke wollte. Eine gute Regenjacke hab ich bereits, aber so ein Zwischending, das durchaus auch Wind und Regen abhält, aber nicht ganz so den typischen Outdoorjackenlook hat, wollte ich gern noch haben. Bei der Suche nach dem richtigen Stoff hab ich mich dann vielleicht etwas zu sehr von der passenden Farbe leiten lassen und bin deshalb bei dem roten Fox Oilskin heavy von Snaply gelandet. Da auf der Produktseite auch auf Jacken verwiesen wird, dachte ich mir „Das wird schon passen.“

Auch als ich den Stoff dann in der Hand hatte, war mein „Das geht schon-“ Wunsch stärker als das Bauchgefühl, welches eigentlich sagte, dass der Stoff zu schwer ist.

Tja, ich hab mich durchgekämpft und trage die Jacke auch, aber wollen wir es mal so sagen: Ideal ist der Stoff für die Jacke nicht!

Wobei, für mein Nähchaos kann der Stoff selbst ja nur wenig!

Los ging es bereits beim Zuschnitt. Ich war hochkonzentriert und motiviert. Klar war, dass ich bei der Kapuze Beleg und Futter möchte. Das hab ich auch gleich auf Anhieb alles perfekt zugeschnitten. Danach war’s dann ja leicht, oder?

Nope, wie es sich rausstellt, kann man die Vorderteile auch dreimal zuschneiden. Argh: Zuerst hab ich – obwohl klar war, dass ich die Überziehvariante nähen möchte, das ganze Vorderteil im Bruch zugeschnitten. Warum? Keine Ahnung. Naja, macht ja nichts. Einmal beherzt quer geteilt und beim oberen Teil eben auch zwei Teile aus einem gemacht. Geht ja wegen Reißverschluss und so. Alles kein Problem.

Achso, Mist. Jetzt fehlt ja die Nahtzugabe zwischen oberem und unteren Teil. Hab ich genug Stoff, um alles nochmal zuzuschneiden? Ne. So ein Mist. Hmm, dann versetze ich eben die Trennung zwischen oben und unten nach oben und schneide nur das Unterteil nochmal zu.

Gesagt, getan und endlich startklar zum Nähen. Mannomann.

Ihr seht, irgendwie war von Anfang an der Wurm drin. Und viel besser wurde es auch nicht. Die Kapuze zu nähen war mit den Rundungen und dem supersteifen Stoff wirklich absolut kein Spaß. Ich hab ganz schön geflucht. Am Ende hat man dann ja zum Glück vorne in der Mitte gerade Nähte. Die haben dann super geklappt.

Oh, ach Mist: Da muss ja noch der Reißverschluss dazwischen. Und ich hab doch schon die Nahtzugabe zurück geschnitten. Ernsthaft Leute: Kein Spaß.

Mich hat der Windbreaker dermaßen viele Nerven gekostet. Vielleicht hätte ich doch Lees Videos anschauen sollen. Irgendwie musste ich in der Anleitung einfach so viel hin und herhüpfen, dass ein ums andere schief ging. Der Nähspaß war ehrlicherweise irgendwann mehr als dahin und ich musste mich ziemlich zusammenreißen, um Stück für Stück weiter zu kommen.

Immer wieder hab ich mir zur Motivation die Beispiele von Frau Dachs und Chrissibag angeschaut. Das MUSS doch gehen!

Und so nahm die Jacke Stück für Stück Form an  – und sah ehrlicherweise wie ein zu fest geratenes Zelt aus. Riesig, steif und dazu noch wachsig. Na, danke!

Die erste Anprobe vor dem Einziehen der Gummis war dann aber gar nicht so katastrophal. Klar war, dass die Jacke an mir sehr, sehr lang ist. Ich hab Größe L zur Hüfte hin zu XL verbreitert und wundere mich ja immer ein bisschen, wenn bei Erwachsenenschnitten bei größeren Größen auch von einer größeren Körpergröße ausgegangen wird. Häh. Sind alle dünnen Leute klein und alle mit mehr überflüssigen Pfunden automatisch groß?

Auch die Ärmel waren eindeutig viel zu weit sind und die Jacke an sich sehr weit. Zum Überziehen bei dem festen Stoff brauchte ich die Weite aber in der Tat – also v. a. wenn ich irgenwann auch wieder aus der Jacke rauswollte.

Bei der Länge hab ich dann ein bisschen rumprobiert und festgestellt, dass ich es hinten eigentlich ganz praktisch find, wenn die Jacke lang ist, das vorne aber viel zu steif zum Laufen ist. Ich hab dann einfach selbst einen Vokuhilasaum gezeichnet und die Jacke ganz ohne Gummizug gesäumt. Besser so mit meinen Hüften…

Bei den Ärmeln hab ich ab circa Ellenbogen bis zum Ärmelsaum hin Stück für Stück immer mehr weggenommen. Ich glaub die Originalweite ist in sehr lockeren Stoffen durchaus in Ordnung. Meinen steifen Oilskin hätte ich von dieser Breite aus mit keinem Gummi der Welt zusammenraffen können. Das wäre viel zu viel Stoff gewesen.

Und jetzt? Jetzt strahle ich doch, denn meinen neuen Windbreaker find ich trotz allem richtig toll. Die Arbeit hat sich gelohnt. Würde ich noch einen nähen? Ja vielleicht, aber sicher nicht mehr aus Oilskin heavy!!! Die Farbe find ich aber weiterhin mega und auch die Kombi mit dem Futterstoff für die Kapuze in blau / gold (Stoff von Rifle Paper Co.), der blau/roten Kordel und dem Label von Alles für Selbermacher und den Ösen und Druckknöpfen von PRYM find ich selbst sehr gelungen. Nachdem ich die Jacke jetzt auch schon einige Male getragen hab, ist sie auch schon weniger ölig und auch vor Regen und Wind schützt sie super. Nun wird sie aber wohl trotzdem erstmal eine Weile warten müssen, bis sie wieder rausdarf, denn es ist KALT und definitiv Winterjackenzeit.

Hast du den Windbreakerschnitt auch schon ausprobiert? Ich bin gespannt, wie deine Erfahrungen damit sind!

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