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Wandern mit Kindern:
Leichte Bergtour auf den Lusen im bayerischen Wald

Heute gehe ich mit euch sozusagen back to the roots. Ich hab mich entschieden, auf meinem Blog in Zukunft auch immer mal wieder vom Thema Nähen abzukommen und euch von meiner anderen großen Leidenschaft, dem Reisen, Draußensein und Weltentdecken zu erzählen. Los geht’s heute mit einer der schönsten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Ab auf den Lusen im bayerischen Wald.

Jeder Marketing- oder Businessberater würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er sähe, dass ich hier plötzlich über das Reisen oder Wandern schreibe. Man soll sich schließlich auf das konzentrieren, was die Follower gern lesen möchten. Am besten macht man als Nähblogger bzw. Schnittdesigner nur Tutorials oder How Tos und streut dazwischen vielleicht noch das eine oder andere Gewinnspiel und Probenähen ein. Bei anderen – teilweise durchaus sehr erfolgreichen – Leuten in der Nähcommunity kann man beobachten, wie sie sich immer deutlicher ihre absolute Nische suchen. Das klappt super, sie finden genau IHRE Kunden damit. 

Ich hab immer wieder überlegt, ob ich das auch möchte, aber das Problem dabei ist, dass mir das schlicht zu langweilig ist. Ich liebe das Nähen wirklich total, aber es ist trotzdem nur so ein kleiner Teil von mir. Klar, auch weiterhin wird hier das Nähen die Hauptrolle spielen. Ich werde sowieso nicht andauernd Zeit und Lust haben, über einen Ausflug oder eine unserer Reisen zu berichten. Aber generell möchte ich einfach, mehr von mir teilen.

Kennt ihr das, wenn ihr abends im Bett liegt und ein Nähprojekt nach dem anderen plant, Ideen habt, gar nicht wisst, womit ihr am liebsten anfangen wollt? So geht es mir auch mit dem Reisen. Ein Bekannter meiner Schwester hat mal zu ihr gesagt: „Wenn ein Urlaub zuende geht, bin ich in Gedanken schon dabei den nächsten zu planen!“ Mir geht das genauso. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht in Gedanken eine Reise plane, überlege, wo ich als nächstes hin möchte, welche Länder, Städte, Nationalparks mich am meisten reizen. Für die nächsten 10-15 Jahre (solange halt noch ein bis mehrere Kinder mit uns verreisen) haben wir (naja, also primär ich, mein Mann ist froh, wenn ich alles plane und kommt dann einfach mit) als Ziel, alle europäischen Länder und auch alle deutschen Nationalparks kennenzulernen.  Auch für eine mehrwöchige Amerikareise lege ich seit ca. einem Jahr jeden Monat Geld auf die Seite.

Ich bin einfach jemand, der ständig Neues sehen, erleben und lernen möchte. Und ich freu mich riesig darauf, diesen wichtigen Teil meines Lebens in Zukunft wieder mehr mit euch zu teilen. Ich hab früher ja schon öfter von unseren Reisen (z. B. nach Schweden) berichtet. In den letzten Jahren bin ich dann davon abgekommen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dass ich es nie schaffen kann, alle Ausflüge etc. zu zeigen. Und wisst ihr was? Das stimmt, das werde ich nie schaffen. Aber mir ist klar geworden, dass das ja auch keiner erwartet.

Meine Reiseberichte werden deshalb null Chronologie haben. Ich werde NICHT Stück für Stück berichten, was wir in Andalusien, Spanien, Schweden, Holland, Tschechien, im Schwarz- oder im bayerischen Wald etc. gemacht haben. Stattdessen hab ich mich gestern hingehockt und bin einfach mal durch alle Bilder der letzten Jahre durchgegangen. Ich hab mir Monat für Monat aufgeschrieben, was ich davon zeigen könnte, wo wir waren, was wir erlebt haben. In Zukunft kann ich also einfach schnell auf die Liste schauen und ganz spontan entscheiden, was ich euch zeigen möchte.

Und während ich das eine Mal Lust auf den Viehscheid im Allgäu habe, entführt euch mein nächster Bericht vielleicht zur Semana Santa in Frigiliana, zum Vogelpark im Schwarzwald oder an die Moldau in Prag.

Ich hoffe ihr habt Lust, mich an all die schönen Orte Europas zu begleiten. Aber ich denke doch, denn egal was sämtliche Marketingberater sagen, wir haben doch alle mehr als nur ein Hobby, oder?

Auf zum Lusen

In den Pfingstferien waren wir dieses Jahr im Bayerischen Wald (und im Anschluss in Tschechien). Ich hatte schon damit gerechnet, dass der Bayerische Wald schön ist. Dass er mich jedoch so begeistern und nachhaltig beeindrucken würde, hatte ich nicht erwartet. Vor allem der eigentliche Nationalpark hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Ich liebe Wälder ja sowieso, aber gegen diesen Urwald mit dieser unglaublichen Mischung aus lebendigen Bäumen (ALLER Arten) und Totholz, mit all den vielen Insekten und den unterschiedlichsten Vogelstimmen, können die normalen Forste – egal wie schön sie sind – einfach nicht an. 

Besonders gut gefallen hat mir – und der ganzen Familie – unsere Wanderung auf den Lusen. Dieser Berg ist wirklich einzigartig. 

Der Lusen liegt im Nationalpark. Wir haben in Waldhäuser geparkt und sind dann mit dem Bus noch ein Stück gefahren bis zum eigentlichen Start der Wanderung. Vom letzten Parkplatz in Waldhäuser (kurz vor der Straßensperrung) ist es zwar nicht mehr wirklich weit bis zum Beginn des Wanderpfades, aber mit zwei Kindern und der kleinen Chefin in der Kraxe, muss man sich ja nicht schon vorher verausgaben – und laufen auf dem Teerweg ist mit Kindern ja meist kein Spaß.

Umso mehr Spaß macht dann aber die eigentliche Wanderung, denn der Weg ist vom ersten Meter an wunderwunderschön. Auf kleinem Pfad geht man erst schön durch den Wald leicht bergauf bis man zu einer Glasarche kommt. Auch wenn man wirklich noch nicht lange unterwegs ist, muss hier natürlich der erste Halt gemacht werden und die Kinder das Boot stürmen. Es ist aber auch wirklich richtig toll!

Im Anschluss geht es dann relativ eben richtig Lusen. Und zwar schnurgerade. Schon ziemlich bald kann man das Gipfelkreuz erspähen – und mit ihm die sogenannte Himmelsleiter, die man nach oben steigen darf/muss.

Die ist dann auch wirklich gscheit steil. Mein Mann und ich, beide mit Kraxe und L bzw. mit Rucksack voller Brotzeit und Jacken für jeden, durchaus schwer bepackt, kamen dabei ziemlich ins Schwitzen. Die großen Kinder dagegen sind die Steintreppe regelrecht hochgesprungen. So oder so, ist man dann aber eigentlich schnell oben, denn wirklich weit ist es ja nicht und das Blockmeer (unendlich viele Geröllbrocken) am Gipfel und die fantastische Aussicht lassen jede Anstrengung eh sofort vergessen sein.

Wer lieber Gepäck nach oben tragen will, findet übrigens direkt unterhalb des Gipfels (auf der andern Seite) eine schöne Hütte. Wir wollten jedoch eine richtig ausgiebige Gipfelbrotzeit und dafür komm ich doch gern mal etwas ins Schwitzen und Schnaufen. Eine Brotzeit am Berg ist doch einfach das beste Essen überhaupt, oder? Gemütlich in der Sonne sitzen, die Aussicht genießen und Brezen, Wienerle und etwas Obst. Glück pur!

Wie in unserem Wanderführer angegeben, sind wir dann – an der Hütte vorbei – und deren Versorgungsweg runter gegangen. Das würde ich so glaub ich beim nächsten Mal nicht mehr machen, sondern lieber wieder den gleichen Weg runter wie hoch. Klar, den ist man halt schon gelaufen, aber er ist so wunderschön, da kann der geteerte Weg zur Hütte einfach nicht annähernd mithalten.

Insgesamt jedenfalls eine unglaublich schöne Wanderung. Die Kombination aus Urwald, faszinierender Wegführung (schnurgerade + Himmelsleiter), Blockmeer und wunderbarer Aussicht ist so sicher absolut einzigartig!

Warst du auch schon im Bayerischen Wald oder gar auf dem Lusen? Wir werden sicher nochmal in dorthin fahren, denn eine Woche hat uns allen nicht annähernd gereicht! Wenn du also Tipps für uns hast, immer her damit!

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