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Visible Mending

Hast du schon den aktuell laufen #greenDIYalong auf Instagram gesehen? Ich hab mich mit einigen Mädels zusammengetan. Jede von uns zeigt an einem anderen Tag, wie man den Alltag etwas nachhaltiger gestalten, manches selbst machen (z. B. festes Shampoo), Altes wieder verwerten (z. B. Jeans Upcycling), Abfall einsparen (z. B. Obstbeutel, Küchentücher) usw. kann. Vieles davon sind kleine schnelle Projekte, die man an einem Abend mitmachen kann (deshalb der DIY along…). Ich hab zum Beispiel am Montag gleich das Shampoo von Miriam ausprobiert. Der green DIY along wird außerdem von Ulrike alias Moritzwerk mit einer kleinen Interviewreihe zum Thema SUSE – sustainable sewing begleitet.

Heute bin ich dran und ich freu mich riesig, meine neu gefundene Liebe zum Hosenflicken mit dir zu teilen. Als ich im letzten Jahr auf den #visiblemending aufmerksam wurde, war ich gleich absolut begeistert. Bisher hatte ich mich ehrlich gesagt immer gescheut, Hosen zu flicken. Danach sahen die eh nicht viel besser aus als vorher. Es war außerdem ein riesen Act, die Seitennähte aufzutrennen, um mit der Maschine ranzukommen. Meist hab ich mich bei Löchern am Knie dann einfach mit der Schere rangemacht und ganz schnell aus der langen eine kurze Hose gemacht. Diese Methode find ich zwar immer noch super, aber das Flicken als „Kunstform“ ist so schön, dass ich es dem einfachen Kürzen inzwischen sogar vorziehe.

Tutorial

Ich hab im Folgenden mal ein bisschen zusammengefasst, wie ich beim visible mending vorgehe. Wenn du mehr Infos (auch gerne allgemein zum Thema Nachhaligkeit beim Nähen) möchtest, empfehle ich dir das Buch „Mending Matters“ von Katrina Rodabaugh. Ich hab mir dieses Anfang des Jahres gekauft und mag es sehr. Ein wirklich wunderschönes Buch, das Lust aufs Nachmachen macht, zum Denken anregt und einfach schön zum Durchblättern ist. 

Und wer gern ein kleines Videotutorial möchte (eigentlich hatte ich das selbst vor, aber mit krankem Kind muss man manchmal Abstriche machen), kann sich diese Instagram Story von Sew Liberated anschauen.

  1. Ich habe für Dich mal mitfotografiert, wie ich zwei Hosen geflickt habe. Vorausschicken möchte ich dabei, dass ich kein Profi bin. Ich fange das auch gerade erst an und lass mich beim Flicken einfach treiben. Wie du gleich sehen wirst, wird beim visible mending mit sehr deutlichen Stichen gearbeitet. Das ist vom japanischen Sashiko inspiriert. Ich hab jedoch wenig von den „typischen“ japanischen Eigenschaften wie Geduld, Gewissenhaftigkeit und Perfektion abbekommen. Meine Stiche sind schief, unterschiedlich lang und auch nicht im gleichmäßigen Abstand. Das wird sicher, wie alles beim Nähen, mit der Zeit besser, aber es stört mich ehrlich gesagt auch nicht. Das Flicken ist für mich einfach eine gemütliche Sache, die ich ohne viel Plan abends auf dem Sofa machen kann. Einfach drauf los, ohne zu wissen, was rauskommt. Zuviel Überlegen oder Perfektion würde mir persönlich da den Spaß eher nehmen.

    Okay jetzt erst mal los. Man braucht natürlich ein Kleidungsstück, das man Flicken möchte. Ich hab mich mal an zwei Jeans meines Sohnes gesetzt. Beide haben ein Loch, aber bei der dunkleren Hose ist der Stoff am zweiten Knie auch schon sehr dünn. Für alle Stellen, die man flicken möchte, muss man natürlich erst mal einen „Flicken“ vorbereiten. Ich werde hier ganz bewusst, auf zwei sehr unterschiedliche Arten flicken – einmal eher kindlich, einmal eher modern. 

    Denke daran, die Ränder jedes Flicken zu versäubern.

2. Schneide als nächstes den ausgefransten Stoff am Loch ab (oder lass ihn extra dort, wenn das das Aussehen ist, das du möchtest!) und stecke den Flicken hinter das Loch bzw. den dünnen Stoff. Ich zeichne mir zusätzlich mit Schneiderkreide grob auf der Außenseite auf, wo innen der Flicken verläuft, damit ich ihn später überall gut annähe. 

3. Zusätzlich zu Hose und Flicken brauchst du jetzt eigentlich nur noch Garn und eine Nadel. Ich selbst verwende Stickgarn. Ich hab an verschiedenen Stellen gelesen, dass es mit Sashikogarn noch besser geht, aber noch keinen Shop gefunden, wo ich dieses in Deutschland finden kann (für Tipps bin ich durchaus offen!). Meiner Meinung nach ist das Stickgarn aber völlig ausreichend. Da der Jeansstoff auch sehr stabil ist, verwende ich außerdem eine spitze und nicht zu dünne Sticknadel.

4. Diesmal hab ich mich außerdem daran erinnert, dass ich schön öfter gehört habe, dass man sich beim Nähen von Hand leichter tut, wenn man den Faden vorher durch Bienenwachs zieht. Da ich einen entsprechenden Wachsblock seit Langem zu Hause hatte, hab ich das gleich mal versucht und kann es definitiv bestätigen. Der Faden wird so plötzlich total „stabil“, es bleiben keine einzelnen Fäden irgendwo hängen, etc. Also wer das hat, gerne verwenden, wer nicht, macht auch nichts!

5. Und dann geht’s ans eigentliche Nähen. Zuerst nähe ich den Flicken am Loch fest, indem ich einfach um die Kante herumnähe (Überwendlichstich). Dabei sollte man die Stiche möglichst nah zusammensetzen.

6. Hier war ich beim Überwendlichstich kreativ und hab mit zwei verschiedenen Garnfarben passend zu dem coolen Fuchs gearbeitet. Im Anschluss ging es oberhalb dann direkt mit einem querverlaufenden Heft- bzw. Vorstich weiter.

7. Ein paar Mal hin und her mit dem Vorstich und an manchen Stellen nochmal quer drüber, um kleine Kreuze entstehen zu lassen. So langsam wird das Ganze interessant!

8. Zu guter Letzt hab ich unterhalb des Fuchses nochmal mit rot genäht.
Bei der anderen Hose hab ich nur mit dem weißen Stickgarn gearbeitet, ohne bunten Flicken. Dadurch bekommt die Hose einen ganz anderen, vielleicht etwas moderneren Look. Mag ich sehr!

Geht es dir wie mir und du hast jetzt plötzlich Lust bekommen, Hosen, Jacken, Blusen etc. zu flicken? Dann schau dich wirklich auch beim #visiblemending um und lass dich dort noch inspirieren. Da entstehen richtige Kunstwerke! Davon solltest du dich aber nicht abschrecken lassen. Ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Fang also einfach an! Such dir eine Hose mit Loch oder dünnem Stoff (jede Mama findet davon sicher einige im Haus), schnapp dir eine Nadel und Nähgarn und flicke am besten noch heute deine erste Hose als kleines Kunstwerk. Wir freuen uns riesig, wenn du diese dann auch beim #greendiyalong verlinkst, damit wir alle dein Werk bewundern können.

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