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Der Traum vom Leben (book review on Näh-Connection)

Anika from the blog Frau Alberta has initiated a very interesting blog project. Each month she reads a biography or something similar and invites her readers to join her. In March she read the book „Der Traum vom Leben“ by Klaus Brinkbäumer and when she introduced it at the beginning of the month, I decided to join her. This book is only available in German, but I decided to still talk a little bit about it in English, too as the content is something that all of us should know more about. The book is about the long, long travel that african refugees have to shoulder in order to reach the „promised land“, i.e. Europe. Considering how often we see refugees in the news, how some people argue against „those economy refugees“, how in Germany and other countries more flats for refugees are needed and how Spain and Italy don’t even know how to deal with the many refugees anymore, this is a MUST read!

Anika from Blog Frau Alberta hat ein tolles Blogprojekt initiiert: Nachspüren. Jeden Monat liest sie eine Biografie oder etwas ähnliches und lädt ihre Leser ein mitzumachen. Im März hat sie „Der traum vom Leben“ von Klaus Brinkbäumer gelesen und als sie es Anfang des Monats vorstellte, war für mich klar, dass ich das auch lesen möchte. Das Buch handelt von der langen, langen Reise die afrikanische Flüchtlinge auf sich nehmen, um ins Land ihrer Träume, d.h. nach Europa zu kommen. Vor dem Hintergrund wie oft Flüchtlinge in den Nachrichten sind, mit Pegida in unserm Land, Leuten die abschätzig über „Wirtschaftsflüchtlinge“ sprechen, den schlimmen Szenen vor den Küsten Italiens und Spaniens usw., sollte eigentlich jeder dieses Buch lesen.

In about 3 months one house in our village will start to become to home of about 10-12 refugees. We will get to know only shortly before where these people come from and whether they are young or old, women or men, black or white, muslims or christs. I’m really glad that even though there were some people again it, most people in our village seem to support it. There are of course still people saying that it’s not right to have such a house right next to the Kindergarten and that our kids will be afraid of a bunch of black men. Well, they will just have to see that everything is fine. Even the most convincing arguments don’t help with such stubborn people. I’m going to be one of the volunteers trying to make the arrival for those poor people as easy as possible. I wanted to make sure that I get a feeling for what they went through and thought that this book could be a good starting point.

In ungefähr drei Monaten wird ein Haus in unserem Dorf zu einer Flüchtlingsunterkunft für 10-12 Flüchtlinge. Wir werden erst kurz vorher erfahren wo die Leute herkommen, ob sie alt oder jung, Frauen oder Männer, schwarz oder weiß, Muslime oder Christen sind. Ich bin sehr froh, dass die meisten Leute in unserem Dorf das unterstützen obwohl es natürlich auch die anderen gibt. Die, die finden, dass ein solches Haus nicht neben dem Kindergarten sein sollte, da unsere Kinder sich vor den großen schwarzen Männern fürchten würden. Naja, zum Glück sind die Kinder nicht so sturköpfig! Denen wird das schnell egal sein. Ich werde jedenfalls bei den Ehrenamtlichen dabei sein, die versuchen diesen armen Menschen die Ankunft etwas zu erleichtern. Ich wollte deswegen versuchen halbwegs zu verstehen, was diese Menschen durchgemacht haben und dachte, dass das Buch ein guter Ausgangspunkt sein könnte.

The author of the book, a journalist, travels together with a former refugee, John, who is now living in Spain. They follow the same route that John followed when he left his home. Together they tour through Africa for several months – back then it took John 4 years to get to Spain!

Der Autor des Buches, ein Journalist, reist gemeinsam mit dem früheren Flüchtling John, der nun in Spanien lebt. Sie folgen der gleichen Route die John damals genommen hat als er sein zu Hause verließ. Zusammen reisen sie einige Monate durch Afrika – damals dagegen brauchte John 4 Jahre um nach Spanien zu kommen.

They start in Ghana, where John left his family 14 (!!!) years ago to go to Europe. He has never seen his youngest daughter before as his wife was pregnant when he left. I can’t even imagine how hard it must be to be seperated from your partner and your 2 children for 14 years. There are other stories in the book. For example of parents that had to leave their children with their grandparents in Africa while they tried to get to Europe to earn enough money to send them to school. So many heartbreaking stories. It’s just unbelievable that here in Europe where they come with the hightest hopes, they are often considered cadgers! How dare those people?

Ihre Reise beginnt in Ghana, wo John seine Familie vor 14 Jahren zurückließ um nach Europa zu gehen. Seine jüngste Tochter hat er nie gesehen, da seine Frau mit ihr schwanger war als er ging. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen wie schlimm es sein muss für 14 Jahre von dem Lebenspartner und den drei Kindern getrennt zu seine. Im Buch sind weitere Lebensgeschichten. So zum Beispiel von den Eltern, die ihre Kinder bei den Großeltern lassen um selbst nach Europa zu gehen und hoffentlich genug Geld für die Schule der Kinder zu verdienen. Viele, viele herzzerreißende Geschichten. Es ist einfach unglaublich, dass diese Menschen die mit den höchsten Hoffnungen nach Europa kommen, hier dann oft als Schmarotzer betrachtet werden. Wie kann man es nur wagen?

I could go on and on about this book. I read it two weeks ago and I needed several days to finish it. It often is more than I could take. And I only read it. That’s nothing compared to having to live those lifes. Some of the scenes in the book are almost unbelievable. For example when refugees get caught at the border to one of the northern African countries (like Marocco, Ligya or Algeria): The soldiers just fill a truck with them, take them to some lost place in the middle of the Sahara and leave them there. Some of them make it through the Sahara, some don’t…

Ich könnte immer weiterschreiben über dieses Buch. Ich hab es vor zwei Wochen gelesen und brauchte dafür einige Tage. Oftmals ist es mehr als man aushält. Und dabei hab ich es nur gelesen. Nichts im Vergleich zu den Menschen, die diese Leben leben müssen! Einige der Szenen im Buch sind einfach unglaublich. Zum Beispiel wenn Flüchtlinge an der Grenze zu den nordafrikanischen Ländern (wie Marokko, Libyen, Algerien) von Soldaten aufgeriffen, mit Lastwagen in die Sahara gefahren und dort einfach so zurückgelassen werden. Manche schaffen es zurück durch die Sahara, manche nicht…

Reading this book really is no fun. It makes you think about your life, about all those privileges that we have and about the fact that us living such a good life is too a big part due to many, many people in the whole world living the worst lifes ever. We should all try to make the world at least a little bit better. Even if this just means to not look away when you see someone underprivileged the next time, but to smile friendly at them!

Dieses Buch zu lesen macht keinen Spaß. Man beginnt über das eigene Leben, all unsere Privilegien nachzudenken und darüber, dass ein Großteil unseres Lebensstandards darauf baut, dass Menschen in vielen anderen Ländern menschenunwürdig leben. Lest alle dieses Buch! Vielleicht können wir alle helfen diese Welt ein kleines bißchen besser zu machen. Und wenn nur dadurch, dass wir das nächste Mal wenn wir in der U-Bahn jemandem begegnen, dem es nicht so gut geht wie uns, nicht wegschauen, sondern freundlich lächeln.

Die letzten Wochen hab ich oftmals an Mittwochs Mag Ich teilgenommen. Heut tu ich mir schwer damit, aber da ich möchte, dass mehr Leute dieses Buch lesen, verlink ich diesen Post: Denn interessierte, neugierige und offene Menschen wie euch die den Weg von MMI hier rüber finden mag ich wirklich!

Kommentare

  • Liebe Annika,
    schön deinen Text zu lesen und auch schön, dass dich das Buch genauso berührt hat wie mich. Immer noch denke ich ganz viel daran zurück, mit Fassungslosigkeit aber auch mit viel Respekt für das Durchhalten und Durchkämpfen derer, die sich auf den Weg machen.
    Ich bin gespannt, wie sich das mit dem Flüchtlingsheim bei euch im Ort verhält und wünsche dir viel Freude bei der ehrenamtlichen Arbeit.
    Danke fürs Mitmachen bei „nachspüren“.
    Liebe Grüße
    Anika

    • Annika Ferk sagt:

      Liebe Anika,
      es ist wirklich ein ganz außergewöhnliches Buch, das einen noch lange beschäftigt. Nochmals danke, dass du mich darauf gebracht hast.
      Lg Annika

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