Näh-Connection | Stoffe bedrucken mit Hilfe von Ausstechförmchen. Einfach und schnell zu witzigen Kleidungsstücken oder tollen Täschchen für Ostern

Auch heute habe ich wieder eine ganz wunderbare Gastbloggerin hier. Kristina von Firlefanz zeigt dir, wie man mit Ausstechformen und etwas Stoffmalfarbe einzigartige Kleidungsstücke oder süße Ostertäschchen zaubern kann. Eine einfache, aber witzige Methode T-Shirts oder Dekoartikel zu personalisieren.

Hallo, ich bin Kristina von Firlefanz. Ich darf dir heute eine Form des Stoffdruckes zeigen, die ich schon vor anderthalb Jahren zum ersten Mal ausprobiert habe und einfach gern mag, weil sie so schön einfach und, wie ich finde, recht wirkungsvoll ist.

Ich zeige dir nämlich, wie du Ausstechförmchen zum Bedrucken von Stoff verwenden kannst! Auch jetzt vor Ostern ist das eine tolle Idee für kleine Ostergeschenke oder frühlingshafte Kleidungsstücke.

Du benötigst:

  • Stoff und Zubehör für dein Projekt oder ein fertiges Kleidungsstück, das bedruckt werden soll. ACHTUNG: Das Material muss in der Regel zu mindestens 80% aus Baumwolle bestehen, damit die Farben haften. Ob Webware oder Jersey ist egal. Achtung: Wenn der Stoff zu dehnbar ist, kann die getrocknete Farbe durch die Dehnung jedoch reißen.
  • Ausstechförmchen mit geeigneten Motiven. Du kannst Metall- oder Kunststoff-Austechförmchen benutzen. Alternativ kannst du auch Plastickdeckel (z.B. von Zahnpastatuben) nehmen, um Kreise zu drucken
  • Stoffmalfarbe, z.B. von Javana oder Marabu. Achte hierbei darauf, dass es Farben für helle und spezielle deckende Farben für dunkle Textilien gibt. Achtung: Metallic- oder Glitzerfarben eignen sich leider nicht für diese Art des Stoffdruckes – ich nutze sie nur zum Ausmalen der Druckkonturen
  • Pinsel zum Auftragen der Farbe
  • eine Unterlage
  • ggf. einen Plastikteller oder ähnliches zum Mischen der Farben

Vorbereitungen:

Wasche den Stoff unbedingt vor. Ich wasche vor dem Bedrucken den Stoff sogar immer mit Waschpulver vor, damit die Imprägnierung des Stoffes sich wirklich löst und der Druck hält. Suche dir eine Unterlage. Gerade bei dünner Webware geht die Farbe oft durch den Stoff hindurch, bei Sweat oder dickerem Jersey ist das eher selten der Fall. Bedruckst du ein fertiges Kleidungsstück oder eine fertige Tragetasche, lege unbedingt zwischen die Stofflagen Pappe oder ähnliches.

Jetzt geht es los:

Ich werde den Stoff für drei verschiedene farbige kleine Taschen bedrucken, sowie für ein Kindershirt (Pinio) aus Jersey. Dabei zeige ich dir verschiedene Möglichkeiten, wie man die Ausstechförmchen einsetzen kann.

Mische ggf. etwas Farbe.

Bestreiche dann mit der gewählten Farbe den unteren Rand des Ausstechförmchens. Je nach Förmchen kannst du auch den oberen, etwas dickeren Rand zum Drucken nehmen. Häufig ist dieser allerdings etwas uneben und eignet sich nicht so gut.

Nimm dir einen Stoffrest als Probestückchen und drücke das Förmchen mit der angepinselten Seite auf den Stoff. Drücke kräftig und gleichmäßig, am besten mit der flachen Hand.

Der Druck wird immer etwas unregelmäßig sein, das ist bei dieser Art des Stoffdruckes unvermeidbar. Für mich macht aber auch gerade das den Charme aus.

Ist der Druck an einigen Stellen viel zu schwach, pinsel beim nächsten Mal etwas mehr Farbe auf das Förmchen oder drucke einfach noch ein zweites Mal genau über den ersten Druck. Ich mache dies öfter mal, wenn die Farbe noch zu schwach ist. Sie sollte überall deutlich erkennbar sein, sonst verschwindet sie an den zu schwach gedruckten Stellen nach der ersten Wäsche.

Gefällt dir das Druckergebnis, kannst du mit dem Bedrucken des Kleidungsstückes oder des (ggf. schon zugeschnittenen) Stoffes beginnen.

Einfacher Druck:

Diese Küken sind ganz schlicht nur mit dem Ausstechförmchen gedruckt. Die Taschenteile habe ich bereits zugeschnitten.

Damit alle Küken genau auf der gleichen Höhe sind, habe ich vorab mit einem wasserlöslichen Stift eine Hilfslinie gezogen.

Mit dem Pinsel habe ich nachträglich noch etwas Gras gemalt.

Auf diese Weise habe ich beide Taschenteile bedruckt. Einmal mit einem Küken, das etwas aus der Reihe tanzt.

Kombination aus verschiedenen Motiven und Farben:

Dieses Set aus verschiedenen Blumenmotiven ist ideal für eine wilde Kombination von Farben und Formen. Da dies ein großflächiges Muster werden soll, habe ich den Stoff noch nicht zugeschnitten, sondern bedrucke den kompletten benötigten Stoff.

Für eine gewisse Regelmäßigkeit suche ich mir für jedes Motiv eine Farbe aus. Nun bedrucke ich mit dem ersten Motiv den Stoff. Ich wähle gleichmäßige eher große Abstände.

Nun wiederhole ich dies der Reihe nach mit den anderen Formen und Farben. z.T. überlege ich mir für die Platzierungen bestimmte Regeln. Die großen orangenen Blumen umgeben z.B. immer eine kleinere rote Blume.

Die kleinen türkisen Blumen habe ich immer ein zweites Mal leicht versetzt gedruckt. Wenn der Stoff deinem Geschmack entspricht, bist du fertig.

Ausgemalter Druck:

Wenn der Druck etwas auffälliger werden soll, kannst du die gedruckten Konturen auch ausmalen. Ich habe hier für ein kleines Täschchen wieder die Taschenteile zugeschnitten und Möhre und Hase zunächst mit der Ausmalfarbe gedruckt. Im Bild erkennst du außerdem, dass ich mir wieder Hilfslinien eingezeichnet habe.

Anschließend habe ich die Formen möglichst präzise ausgemalt.

Zuletzt habe ich über die ausgemalte Form noch eine schwarze Kontur gedruckt.

Damit beide Hasen zur Möhre schauen, habe ich einmal den oberen und einmal den unteren Rand des Förmchens bepinselt. Zuletzt haben die Hasen noch ein Auge und eine kleine Stupsnase bekommen.

Wieder habe ich beide Taschenteile gleich bedruckt.

Gestaltung von Kleidung:

Bei Kleidungsstücken kann es schön sein, wenn das Muster mit dem Schnitt in Verbindung steht.

Hier verläuft die Reihe der Schmetterlinge z.B. bis zur Ärmelnaht. Dies ist gut möglich, weil durch den Fledermausschnitt die Ärmel nicht separat zugeschnitten werden. An der Ärmelnaht treffen sich die Schmetterlinge von Vorder- und Rückenteil.

Wie bei der vorangegangenen Technik, habe ich einige der Schmetterlinge mit einer Gold-Rosa-Mischung ausgemalt.

Die Punkte auf dem Shirt in Rosa und Gold ergänzen den Druck.

Da ich die Bündchen aus demselben (allerdings unbedruckten) Stoff zugeschnitten habe, wirkt es nun fast so wie ein Hauptstoff mit dazu passendem Bündchenstoff.

Trocknen und Bügeln:

Bevor du den Stoff weiterverarbeitest, solltest du ihn ca. 5 – 8 Stunden trocknen lassen. Beachte hierfür auch die Angaben des Herstellers. Wenn der Druck ausreichend getrocknet ist, muss die Farbe durch Bügeln fixiert werden. Auch hierfür findest du auf den Gläschen Empfehlungen des Herstellers. Meist reicht ca. dreiminütiges Bügeln auf Baumwolltemperatur.

TIPP: Die Farbe solltest du nach dem Trocknen und Bügeln beim Darüberfahren mit dem Finger deutlich spüren. Ist sie nicht ertastbar, dann ist der Druck zu schwach.

Anschließend kannst du alles fertigstellen. Nun hast du ganz individuelle Kleidungsstücke oder Accessoires.

Reinigung:

Reinige die Förmchen am besten sofort nach dem Drucken (benötigst du eins nicht mehr, spüle es direkt ab). Wenn die Farbe noch nicht richtig angetrocknet ist, lässt sie sich einfach am besten entfernen. Ist die Farbe schon hart geworden, weiche die Förmchen am besten in Seifenlauge ein. Unbeschichtete Förmchen kannst du dann gut mit einem Topfschwamm reinigen. Beschichtete Förmchen kannst du am einfachsten mit Reinigungsbenzin säubern.

Schnittmuster: Die Taschen sind ohne Schnittmuster genäht, das Shirt ist nach meinem Schnittmuster Pinio genäht.

Stoffe: Die Stoffe wurden von der Eulenmeisterei für diesen Beitrag gesponsert. Baumwolle Bio-Popeline Azalea, Teal, Grass sowie Lebenskleidung Bio-Jersey altrosa meliert. Vielen Dank an dieser Stelle für die wundervollen Bio-Stoffe!

Weitere Inspirationen zum Stoffdruck findest du übrigens bei mir im Blog:

Damen-Winterkleid mit Stoffdruck

Kindershirt mit Stoffdruck

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nachmachen!

Eure
Kristina

Näh-Connection Gastblogger: Kristina von Firlefanz
Kristina hat 2014 das Nähen für sich entdeckt und ist sofort dem Nähfieber verfallen. Von Anfang an hatte sie viel Spaß daran, auch ohne Schnittmuster zu nähen, eigene Ideen umzusetzen und über das Nähen hinaus kreativ zu sein. So kam es, dass sie im Frühjahr 2015 ihren eigenen Nähblog Firlefanz startete und kurze Zeit später ein erstes Schnittmuster veröffentlichte: Den Puppenjumper. Mittlerweile sind nicht nur weitere Puppenschnitte hinzugekommen, sondern auch einige Schnittmuster für Kinder – und die ersten Damenschnitte sind ebenfalls in Arbeit.

Verlinkt zu TT – Taschen und Täschchen, Habe ich selbstgemacht, Creadienstag, Link Your Stuff, Kiddikram, DienstagsDinge, Handmade on Tuesday

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